08.07.2006 Konzert in Medewitz
Out of Order Festival
"Jedes
Jahr zur selben Zeit sind wir wieder da". Dieses Zitat aus dem Song Punkerurlaub
der längst nicht mehr existierenden Comedypunkrocklegende Orang Utan
Klaus aus Potsdam, könnte für Schmachwanderunk, aufs jährliche
Out of Order Festival in "Medewitz-Trekka-fahn-City" zutreffen.
Beim Diesjährigen Stattfinden dieses Jugenduntergrundrockmusikeventes
der Superlative, Sollte man in den Genuss einer Premiere kommen, nicht nur,
dass der etwas langweilige Name "Rock for Fun" gegen den nach Rebellion
und Aufruhr klingenden Namen "Out of Order" ausgetauscht wurde,
es sollten dieses Jahr auch statt an einem Tag 5 Bands, an 2 Tagen 10 Bands
ihr musikalisches Können unter Beweis stellen. Am Freitag standen da
auf dem Plan: SILENT DIARY, CHILLGROUND, SICKWARD, F.A.D., und BLUTIGER OSTEN.
Samstag sollten mit Musik und gelang unterhalten: Fat Chaplin, The Broken
Faith in Saints, Calico, Schmachwanderunk sowie Mandala.
Am Freitag sollte es um 20 Uhr losgehen also machte man sich mit obligatorischer
Verspätung, um 20.30 Uhr auf den Weg nach Medewitz. Auf der Fahrt dorthin
konnte man einmal mehr die wunderschöne Landschaft des Hohen Flämings
bestaunen mit all ihren Feldern, Wiesen, Wäldern, Feldern, Wiesen, Wäldern,
na jedenfalls bin ich im Schmachwanderunk Punkrockmobil von diesen überwältigenden
Eindrücken eingeschlafen, Micha Fahrer und Gittarist blieb wach um sich
von der unglaublich vielfältigen Landschaft, zu neuen Gitarrensolos alla
Jimmy Hendrix inspirieren zu lassen. Irgendwann kamen wir dann auch (Micha
inspiriert, ich ausgeschlafen) in Medewitz an und wollten voller Inbrunst
direkt aufs Festival Gelände stürmen. Leider regnete es und man
machte es sich unter der Kofferraumklappe unserer Bandlimusine bequem. Man
zelebrierte das Jahrhunderte alte Ritual des Biertrinkens um den Regen zu
überbrücken. Leider hatte die erste Band des Abends, Silent Diary,
schon losgelegt und man konnte ihnen nur aus der Ferne lauschen, Emo Rock
mit Frauen Gesang, mehr kann ich dazu nicht sagen, da man sich aus 100 Meter
Entfernung kein objektives Urteil bilden kann. Als nächstes waren dann
Cillground am Start, leider habe ich auch die nicht sehen können, da
DJ Schimpagner vehement darauf behaarte, dass ich ihm beim Zeltaufbau helfen
solle. Dies tat ich dann auch, stellte mich aber so dumm dabei an, das DJ
Schimpagner sich in eine Wutschnaubende Wildsau verwandelte und den unschuldigen
Ragösener Dorfpunk Akka unter Androhung von Folter dazu Zwang meinen
Posten als Zeltaufbauhelfer zu übernehmen. So das Zelt war aufgebaut
und nun stand eigentlich nichts mehr im Weg den Weg aufs Gelände einzuschlagen
denn dort sollte die Cammeraner Hardcore Band Sickward aufspielen. Jedoch
stand Urplötzlich der Alteherrenpunkrockverein Blutiger Osten vor unserem
Tourbus und fing an unsere Bierreserven zu plündern. Man unterhielt sich
über dieses und jenes, beschenkte sich Untereinander mit Blumenkränzen
und Freundschaftsarmbändern und tauschte die ein oder andere sexuelle
Geste aus. Nach diesem stundenlang andauernden Ritual der Liebe, Einigkeit
und Freundschaft hatte ich es auch geschafft Sickward zu verpassen und machte
mich endlich auf den Weg zur Bühne wo die Belziger Punkrockformation
F.A.D. (was das jetzt ausgesprochen heißt möchte ich aus Tierschutzrechtliche
Gründen nicht erwähnen). F.A.D. spielten Punkrock teils eigene Songs
teils Coversongs alles in allem gar nicht so schlecht, allerdings fand ich
die im letzten Jahr irgendwie besser, kann aber auch am Alkoholpegel gelegen
haben. Das Publikum war jedenfalls begeistert und würdigte die 5 jungen
Herren mit einer Pogoeinlage. Nach F.A.D. war dann erstmal ne kurze Umbaupause
und ich kümmerte mich um Biernachschub (Vielen Dank an Matze der uns
auch am Freitag schon ordentlich bewirtete). Hier trat dann Maria "das
Mädchen für alles" an mich heran und teilte mir mit, man wolle
ein Interview mit dem Sänger von Schmachwanderunk für irgendwas,
das war eine Premiere in meiner bisherigen Rockstarkarriere, ein echtes Interview,
Wahnsinn ich war den Tränen nah und mein Puls lief auf 1060. Maria (vielen
Dank) führte mich zu einem Professionellen Kamerateam, ich nehme an extra
aus einer professionellen Kamarateamgegend eingeflogen, und man stellte mir
Fragen über verschiedene Dinge und Angelegenheiten. Ich weiß nicht
mehr so recht wie das Interview verlaufen ist, aber ich hoffe ich bekomme
irgendwann mal was zu sehen davon. Nach dem Interview schnell zurück
vor die Bühne denn gleich sollte Blutiger Osten zum Tanz aufspielen.
Was soll man sagen, diese Brandenburger Elektroformation weiß einfach
zu überzeugen, Schneller melodiöser Dancefloor mit Frauengesang
und deutschen Texten "Herz an Herz hörst du mich SoS ich Liebe Dich".
Einfach nur genial, ich habe beim Pogo konditionelle Höchstleistung bewiesen
und tanzte von der ersten bis zur letzten Minute, Wahnsinn. Danach war dann
erstmal Schluss und mein Erinnerungsvermögen verlässt mich hier
auch, ich kann mich nur noch an einen verrückten Traum erinnern, in dem
Blutiger Osten sich als Punks verkleidet hatten und ein Millionenpublikum
mit Hits wie: Dieb von Bagdad, Bullenmädchen, Paranoia oder Akne Erna
begeistert haben, verrückt nicht wahr.
Am nächsten Morgen wachte ich hitzebedingt sehr zeitig auf und begann
mit einem zünftigen Bier, Bratwurst, Steak und Kaffee Frühstück.
Dieses Ritual zog sich dann über den gesamten Vormittag, bis in den frühen
Nachmittag hinein. In der Zwischenzeit hatte man sich auch schon mit anderen
Bewohnern des riesigen Campingeländes angefreundet und bewarf sich gegenseitig
mit Essensresten. Nach dieser ersten Sportlichen Einlage sollte nun kurz darauf
die 2. folgen. Ein Volleyballturnier auf dem anliegenden Volleyballfeld. Unser
Team bestand aus 4 Leuten, das andere Team aus 5, 4 Feldspielern und dem Schiedsrichter.
Ich glaube dies war auch der Grund für die Niederlage unseres Teams,
wir hatten nämlich keinen eigenen Schiedsrichter.
Nach drei Spielen und 2 unfairen Niederlagen hatte ich die Nase voll, bewapnetete
mich mit meinem Schlafsack und suchte mir ein kühles Fleckchen um live
einen Mittagsschlaf zu performen. Nach 4 Stunden und mehreren Schlafplatzwechseln
wachte ich dann pünktlich um 19.00 Uhr auf, um die erste Band des Abends,
Fat Chaplin, zu begutachten. Fat Chaplin erinnerten mich irgendwie an ne Mischung
aus Bon Jovis und Metallice, sie klangen ziemlich professionell und machten
den Eindruck als beherrschten sie ihre Instrumente recht ordentlich. Selber
bezeichnen sie ihre Musik wohl als Stoner Rock, da ich mir davon aber leider
überhaupt keinen Begriff machen kann, kann ich nicht sagen, ob sie gut
gestonerrockt haben oder nicht, mir hat’s jedenfalls gefallen. Nach
Fat Chaplin folgte dann "The Broken Faith in Saints" Rock aus Potsdam.
Konnte ich nicht so recht viel mit anfangen, nicht meine Musik, aber über
Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Danach folgten Calico,
Metalcore aus Berlin, hart schnell und laut.
Hatte keine Zeit mir deren Auftritt anzusehen da ich mit DJ schimpagner noch
unsere Bühnenshow vorbereiten musste wozu das Ausweiden eines 1,50m großen
Stoffbärens zählte dessen Inneres fleißig in Säcke gefüllt
wurde um es über dem tanzenden Publikum zu verstreuen. Nach einer schier
endlosen Fege- und Umfüllaktion im Vorbereitungsraum machten wir uns
auf den Weg zur Bühne um einmal mehr Medewitz mit unserem 3 Akkorde Brathuhnpunk
zu schockieren. Nach einem obligatorischen Anti Gammler Intro von Freddy Quinn
betraten wir die Bühne. DJ schimpagner hatte sich zur Feier des Tages
den Kopf des zuvor ausgeweideten Teddybären aufgesetzt und war lediglich
mit einer Windel bekleidet, Fabi hatte eine modische Jeanshotpents an um die
Frauenherzen höher schlagen zu lassen, Micha hatte sich als Dacki verkleidet
und spielte Schlagzeug und Dacki hatte sich als Micha verkleidet und spielte
Gitarre, meine Wenigkeit hatte den leblosen Torso des Teddybären an um
Bruno dem erschossenen Bären zu huldigen. Eigentlich wollten wir uns
nicht die Mühe machen tatsächlich live zu spielen, wir wollten einfach
unsere Cd laufen lassen und Playback spielen, da schließlich auf unseren
Konzerten eh alle besoffen sind, bekommt das eh keiner mit. Leider übertrieb
Micha äh Dacki es ein wenig und stellte mitten im Lied die Gitarre hin
um dem exeszieven Biergenuss zu frönen und der ganze Schwindel flog auf.
Also spielten wir live und stümperhaft wie eh und je den Leuten ein Brathuhnpunkgewitter
ins Gesicht und ernteten sogar den ein oder anderen Applaus und manch ein
anwesender Punkrocker verzog sogar die ernste Punkermiene (Punks understand
no fun) zum lächeln. Pogo gab’s auch und Dj Schimpagner veranstaltete
vor und auf der Bühne eine riesengroße Sauerei mit Plüschbäreingeweiden.
Der Bier Nachschub funktionierte, dank Matze und Maria, auf der Bühne
ohne Beanstandung und das Konzert endete in einer Orgie ungezügelten
Alkoholgenusses.
Nach uns musste dann erst mal die Bühne gefegt werden und die letzte
Band Mandala musste ein wenig länger als geplant auf ihren Auftritt warten.
Mandala aus Luckenwalde begeisterten mit schnellem druckvollem Rock'n'roll
die Massen und machen auch nicht erst seit gestern Musik was der aufmerksame
Zuschauer deutlich merkte.
Nach Mandala war dann auch der musische Teil des diesjährigen Out of
Order Festivals vorbei. Nun konnte man sich getrost dem Bierkonsum widmen
der auch vor Sonntagmittag kein Ende nehmen wollte. An dieser Stelle noch
mal Danke an die ganze Crew des Out of Orders. Es war ein herrliches Wochenende
und see you next year.
Achso auch erwähnt werden soll hier noch Heinrich unser Band Boy, er
hat uns mal wieder treue Dienste als persönlicher Sklave geleistet, danke.
Keck
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