15.10.05 Dauti's Geburtstag
(Konzertbericht der keiner ist)
Alljährlich im Oktober, wenn die Blätter gelb-orange und braun gefärbt von den Laubbäumen fallen, die Vöglein langsam die Koffer packen, um gen Süden zu fliegen und der erste Obdachlose in seinem Erbrochenen erfriert, ja dann ist es wieder so weit: Dauti feiert den verhängnisvollen Tag seiner Geburt. Für Viele mag dies ein Grund der Trauer sein, z.B. für Neider, die sich in Grund und Boden ärgern sobald jemand anderes Geburtstag hat als sie selbst. Oder all die Leute, die Dauti nicht kennen und denen das Schicksal zufällig an diesem Tage einen schweren Schlag, in Form des plötzlichen Ablebens der Lieblingskatze oder Mutter, versetzt hat. Diesen Leuten rate ich, an jenem Datum nicht an dieses Unheil zu denken, sondern sich daran zu erfreuen, dass ein liebenswürdiger, ihnen unbekannter Mensch irgendwo auf der Welt den Tag ehrt, an dem er das Licht der Welt erblickte. Den restlichen Miesepetern und Denunzianten, welche ihr Leben damit vergeuden, ihren Greuel gegen die eigene Person nach aussen zu versprühen, in Form des Anprangerns jedes freudigen Ereignisses und bewusstem nicht-Teilnehmen an Geburtstagen fremder Personen, soll gesagt sein: Begeht Suizid oder fresst eure Gehirne!
Nun zurück zum Eigentlichen: Der Feier!
Plan war es, anlässlich dieser, ein Konzertereignis allererster Güte stattfinden zu lassen. Live auftreten sollten die lokalen Punkrockgrössen Exkrementbeton, Die Roudies und Schmachwanderunk. Ein gigantisches Gewitter superrebellischer Jugendmusik war zu erwarten. Heraus kam leider nur Musik von digitalen Tonträgern, da Dauti es versäumt hatte, sich Tontechnik samt Tontechnikern zu besorgen. Doch Dauti wäre nicht Dauti, hätte er nicht für adäquate Ersatzunterhaltung gesorgt. Diese bestand aus einem riesigen Berg Sperrmüll, welcher zu fortgeschrittener Stunde feierlich verbrannt wurde, und mehreren Kürbissen, entwendet aus Oma's Garten, mit denen man andere Partygäste bewerfen konnte, was kotzeähnliche Flecken auf den Anziehsachen des Getroffenen hinterliess. Übrigens las ich neulich in einer Zeitschrift, deren Name mir leider entfallen ist, dass kotzeähnliche Flecke total out sind. Weiterhin stand dort, dass Heidi M. aus K., um hinter den Schränken Staub zu wischen, sich eines alten Bettlakens bedient, welches sie mit Hilfe ihres Mannes Harald hinterm Schrank hin- und herzieht. So erspart sie sich das Verrücken der Schränke. Ich bin der Meinung, Heidi M. hat den Nobelpreis in Hausarbeit für diese bahnbrechende Erfindung verdient. Sofern dieser existiert.
Zurück zum Abend. Als sich die Zeiger meiner inneren Uhr allmählich auf Müdigkeit einstellen, stiess plötzlich ein weiterer "Gast" zur tosenden Geburtstagsgesellschaft. Es war der hiesige Förster. Dauti war sofort angetan von der grossen Ehre, die ihm das Forstamt zuteil werden liess, indem der Vertreter von Wald, Flur und Wiesen auf seiner Geburtstagsparty erschien um ihm für 22 Jahre Existenz zu danken. Doch weit gefehlt! Der Grünling mit seinen vermodernden Filzstiefeln stieg aus seinem klapprigen Förstergefährt und versprühte Hasstieraden gegen die andwesenden Personen. Er forderte sofortige Beendigung der Veranstaltung, angeblich war nichts angemeldet und man vertreibe den Jägern mit der lauten Musik das Wild. Als persönlicher Freund Frau Elsters und Herrn Fuchses weiss ich aus sicherer Quelle, dass Punkmusik bei Wildtieren keinesfalls Angstzustände auslöst. Ganz im Gegenteil! Hase und Igel fangen an, wild gestikulierend umher zu Tanzen, Hirsch und Wildschwein brüllen gemeinsam anarchistische Parolen und der doofe Bär steppt sowieso zu jeder Musik. nun gut, ich bin mir diesen Tatsachen genauestens bewusst, jedoch versucht mal, einem aufgebrachten Waldarbeiter diese Theorie mit zehn Bier intus lallend zu erklären. Der denkt, man will ihn verarschen - verrückter Typ.
Na ja, jedenfalls hatte er sich irgendwann wieder verzogen und mit Polizei gedroht. Die kam dann wohl auch noch, wie mir später berichtet wurde. Jedoch nicht wegen dem Förster, sondern Aufgrund eines Partygastes, der sich mit seinem Auto überschlagen hatte und am Unfallort nicht mehr auffindbar war. An dieser Stelle einen schönen Gruss an jenen unbekannten Crashpiloten! Super Partygag, auf diese Art und Weise für grün-weisse Unterhaltung zu sorgen.
Doch jeder Abend fällt einmal dem Bedürfnis nach Schlaf zum Opfer, auch wenn dies erst Morgens um 5 geschieht, und so entschlief ich in dem frühen Morgenstunden ... also ich meine ich schlief ein! Wäre ich entschlafen, würde ich dies hier nicht schreiben können, ausser ich hätte in einem Paralleluniversum alles schon vorher erlebt und aufgeschrieben. Dies entspräche allerdings nicht den Tatsachen und ich will hier niemanden anschwindeln. Des Weiteren woll noch gesagt werden, dass Hitler sehr schlimm war und Deutschland ein Arschloch ist.
In diesem Sinne: Fickt euch ihr Freaks!
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