11-24.07.2007 Belarustour gemeinsam mit Quietschbois und Roudies
Im Rahmen eines internationalen Jugenduntergrundmusikprojektes reisten wir gemeinsam mit verschiedenen punks und anderen sehr weit bis hinter Polen, um den einwohnern weißrusslands die deutsche dorfpunkkultur etwas näher zu bringen. es war ein sehr schöner ausflug in ein fremdes uns gänzlich unbekanntes land in dem männliche jugendliche ihren status gegenüber ihresgleichen an den spitzenlängen ihrer schuhe behaupten. Oh ja in Belarus, wie der gebildete Westeuropäer Weißrussland nennt, sind spitze Schuhe ein statussymbol. mit ihnen identifiziert sich die einheimische mainstreamjugend wie hierzulanden der aggro berliner mit goldkettchen und picaldijacke. die polizisten dagegen haben dort normale schuhe an, dafür jedoch schmücken sie ihre häupter mit riesengroßen Mützen, auch hier gilt wer die größte mütze hat, hat den höchsten status. man munkelt der Staatspräsident, ein gewisser herr alexander lukaschenko, auch bekannt als "der letzte diktator europas"( http://www.jf-archiv.de/archiv03/193yy24.htm) habe einen hut dessen krempe rundherum von 36 berittenen polizisten getragen werden müsse. die weißrussischen punks und andere die keine spitzen schuhe anhaben, sehen aus wie bei uns nur jünger. alte punks sieht man hier eher selten was wohl daran liegt, das diese den großmützigen polizisten und den spitzschuhigen mainstreamleuten ein dorn im auge sind und daher nach dem schulalter aufgrund ihres etwas andersartigem outfits(keine spitzen schuhe) und ihrer einstellung(against große Mützen) selten eine arbeit bekommen oder eingesperrt werden. eingesperrt werden geht dort übrigens sehr schnell, entweder man protestiert gegen herrn l, man sitzt bekifft bei mc donalds (ja gibts da auch, was für ein zivilisiertes land), oder aber man rennt nachts besoffen ohne schuhe durch die stadt und wartet bis ein polizeauto einen mitnimmt (persönliche Erfahrung unseres gitarristen micha, siehe meine freundeliste). weiterhin sollte man in ländliche gegenden den kontakt zu alkoholisierten einheimischen meiden, außer man hat lust und zeit dem dreistündigem monolog eines dorfprolls der sich der elefant nennt zu folgen, welcher von schlägerein, schlechten tättowierungen und vodka handelt. desweiteren ist es zu unterlassen zum zwecke des bier holens alleine in autos zwielichtiger zuhältertypen einzusteigen, mit diesen um den block zu fahren und beim aussteigen um 3 flaschen bier reicher und 50 € ärmer zu sein (auch eine persönliche Erfahrung zweier mitreisender). nachdem wir 3 Tage die ländliche einöde unseres gastlandes genossen inkl. verstecken im wald vor den ortsansäsigen dorfprolls, welche angestachelt vom elefanten unsere reisepässe entwenden wollten, sinnloses waten durch 300 meter blutegelverseuchten sumpfes um an einen strand zu gelangen der nicht existierte, und einer übernachtung im haus einer zahnlosen 50 jahre alten prostituierten, ohne strom und fließend wasser, war das ein spass, hatten alle die schnauze voll und wollten wieder nach hause. das ging aber nich, was daran gelegen haben könnte dass niemand außer dem reiseleiter den rückweg kannte. nun gut wir beschlossen noch einige tage zu bleiben um in die hauptstadt zu fahren und die dort ansäßigen punks und anderen mit einem exklusiven konzertevent unserer 3 jugendmusikkapellen zu erfreuen. gleich am nächseten morgen standen wir pünktlich um 5 uhr auf um rechtzeitig um 9 uhr auf dem örtlichen bahnhof zu sein um dort wiederum 3 stunden auf den zug nach minsk zu warten. die wartezeit verbrachte man damit dem täglichen weißrussischem frühstückritual zu fröhnen. welches wie folgt aussieht: 16 leute stürzen sich auf 3 weißbrote, reißen dieses in stücke und belegen die einzellteile mit scheiben von wurstähnlichen gebilden, krebsfleischersatz, algen und süßem schmelzkäse mit fruchtstücken. dazu wird salziges mineralwasser gereicht oder der ein oder andere schluck russisches billigbier aus 2 liter plastikflaschen getrunken. nachdem frühstück bedarf es dann oft einer sanitären einrichtung, um sich der eben eingenommenen vollwertkost, auf oralem oder rektalem wege zu entledigen. hat man eine dieser örtlichkeiten endeckt und nähert sich dieser um ein paar meter so hat man dasselbe betäubende gefühl welches sich einstellt wenn man vollends seine nase in eine volle flasche klorex steckt und tief einatmet. herrlich. meistens entscheidet sich der mageninhalt dann, den verdauungstrakt wieder durch den eingang zu verlassen und man spart ein gro an klopapier.nachdem nun mehr oder weniger für das leibliche wohl gesorgt wir noch zehn min abwarten bis der zug , zehnminuten ist übrigens in weißrussland ein dehnbarer begriff und beinhaltet nicht etwa nur einen zeitraum von 10 mal 60 sekunden, nein zehn minuten können sich dort auch mal auf 2-20 stunden belaufen. daher auch der lieblingssatz unseres reiseleiters Androsh: "watet mal hier ich bin in 10 minuten wieder da" die längsten zehn minuten erlebten wir unmittelbar vor unserer heimfahrt, als androsh für zehn minuten in eine 100 kilometer entfernte stadt fuhr und nach 2 tagen wieder kam. nun jedenfalls saßen wir zehn minuten später im zug in richtung minsk. 3 stunden zugfahrt standen uns nun bevor. eine
wilde horde stinkender dorfpunks und anderer die sich nichts sehnlicher wünschten als ein bett eine dusche und eine warme mahlzeit, zwischen vodka trinkenden der weißrussischen working class angehörenden männern mit dicken nasen und schiefen zähnen, spitzeschuhe tragenden jugendliche die sich gegenseitig die neusten lieder von rammstein oder scooter mit ihren handys vorspielten (beim anblick dieser musste ich unwillkürlich an straßenbahnfahren in potsdam denken und bekam ein bischen heimweh), frauen, jungen, mädchen, jungsfreunde die ihre mädchenfreundinin im arm hielten, mädchenfreundinnen die ihre jungsfreunde im arm hielten, hausfrauen, gegenstände, tiere, polizisten, dachdecker und die ente. eigentlich war bahnfahrn genau wie zu hause, die bahnansagen verstand man nicht es war warm stickig und scheiße. ich habe übrigens eine theorie welche besagt, dass eine höhere inteligenz versuch sich klamheimlich unseren planeten unter den nagel zu reißen, und das auf ein ganz fiese hinterhältige art, diese lebewesen verwandeln sich überall auf der welt als ansagefrau auf bahnhöfen und in zügen, und geben durch die lautsprecher einen geheimen uns fremden signalcode ab um anderen ihrer verkommenen parasitensippe den plan zur welteroberung zu überbringen. dies geschieht alles in unserem beisen und während wir uns noch fragen wohin der zug fährt in den wir gerade gestiegen sind rüsten sich diese übermenschliche hybridlebewesen in ihren bahnhofsansagestuben für die nukleare auslöschung sämmtlicher humaner lebensformen. ich frage mich was soll der scheiß, wir menschen sind immer noch in der lage, uns selbst ein ende zu bereiten dazu brauchen wir keine abgewichsten marsmännchen die hinterhältige pläne in bahnhofsansagehäuschen aushecken, verpisst euch ihr ihr ihr äh aä asylbewerber ihr. aber zurück zur bahnfahrt, der unterhaltungsfaktor in der bahn steigt alle halbe stunde von 0 auf hundert, denn dann kommt meist ein einäugiger akordeonspieler mit holzbein durch den waggon und spielt alte weißrussiche volksweisen welche er auch gesanglich begleitet. für diese darbietung zahlt dann jeder ein paar tausend rubel und die nächste halbe stunde wird mit warten auf den nächsten einäugiger akordeonspieler mit holzbein verbracht. so sind die drei stunden nach 6 einäugigen akkordeonspielern mit holzbein vorbei und man steigt um einiges musikalisches wissen über alte weißrussische volksweisen reicher und 6 tausen rubel ärmer in minsk aus.
Fortsetzung folgt (vielleicht)
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